Kollektion

Frauen trauen sich was

Sieben Frauen, die Grenzen überschritten haben – und die Shirts, die sie feiern.

Eine Kollektion von Birgit Kanka & Johannes Tiefenbrunner

„Frauen trauen sich was“ ist eine Kollektion von T-Shirts, die sieben außergewöhnliche Frauen ehrt und feiert. Ihre Lebenswege reichen von den Dschungeln Sumatras über die Mathematik des 19. Jahrhunderts bis zur Sternenkunde und zur Marathon-Strecke in Boston. Sie alle haben sich gegen Widerstände durchgesetzt: gegen gesellschaftliche Erwartungen, verschlossene Türen und hartnäckige Vorurteile.

Jede dieser Frauen hat auf ihre Weise Grenzen verschoben und damit den Weg für nachfolgende Generationen geebnet. Ihre Geschichten sind nicht immer bequem gewesen, und genau deshalb erzählen sie so viel über Mut, Neugier und die Freiheit, eigene Wege zu gehen.

Die Grafiken auf den Shirts sind künstlerische Interpretationen der Leistungen dieser Frauen. Sie sind bewusst schwarz-weiß gehalten, so wie auch die Porträts auf dieser Seite. Die Farbe bringt jede Trägerin und jeder Träger selbst mit – durch den eigenen Stil und die eigene Haltung.

Auf dieser Seite finden Sie zu jeder Frau ihre Geschichte, ihr Porträt und das passende T-Shirt-Motiv. Am Ende der Seite können Sie direkt zu den übrigen Frauen der Kollektion springen. Ihre Leistungen sollen nicht vergessen werden.

Porträt von Ida Pfeiffer

Ida Pfeiffer

Entdeckerin/Ethnografin, 1797–1858

Weltweite Forschungsreisen

Mit vierundvierzig Jahren, nachdem der Ehemann verstorben und die Söhne ausgezogen waren, begann die Wienerin Ida Pfeiffer ein abenteuerliches Leben: In fünf mehrjährigen Reisen besuchte sie Ägypten, Brasilien, China, Indien, Tahiti und Madagaskar. Als eine der ersten Frauen überhaupt umrundete sie zweimal die Erde und trotzte dabei Gefahren wie Tropenkrankheiten, Piratenangriffen und unwegsamen Regionen. Ihre Expeditionen waren extrem gefährlich und entbehrungsreich. Um Geld zu sparen benutzte sie billige Fortbewegungsmittel wie Ochsenkarren und Kamele oder war zu Fuß unterwegs. Auf Java seilte sie sich mitten in den Krater eines aktiven Vulkans ab, um Gesteinsproben zu sammeln. Sie besuchte als erste Weiße die als Menschenfresser geltenden Batak in den Dschungeln von Sumatra. Von ihren Fahrten brachte sie tausende Pflanzen, Käfer, Schmetterlinge, Vögel und Mineralien zurück. Einiges davon ist im Naturhistorischen Museum Wien ausgestellt. In dreizehn Büchern hat Ida Pfeiffer ihre Erlebnisse dokumentiert und damit gleichzeitig ihre Reisen finanziert. Ida brach bewusst mit der traditionellen Frauenrolle der Biedermeier-Zeit und wurde für ihre Kühnheit bewundert und heftig kritisiert.

T-Shirt-Grafik zu Ida Pfeiffer
Porträt von Ada Lovelace

Ada Lovelace

Mathematikerin/Programmiererin, 1815–1852

Erstes Computerprogramm

Ada Lovelace gilt als die erste Programmiererin der Welt, da sie den allerersten Algorithmus für eine mechanische Rechenmaschine verfasste: Sie schrieb für die Analytical Engine von Charles Babbage einen Algorithmus zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen (eine Zahlenfolge, die in der höheren Mathematik eine große Rolle spielt). Sie erkannte visionär, dass Computer weit mehr als nur reine Zahlen verarbeiten könnten – zum Beispiel auch Musiknoten, Buchstaben oder Grafiken – und das rund 100 Jahre vor der tatsächlichen Einführung der Informatik. In einer Zeit, in der Frauen keinen Zugang zu Universitäten hatten, trieb sie ihre mathematischen Studien mit ehrgeiziger Disziplin voran und suchte gezielt den Austausch mit führenden Wissenschaftlern. Erst in den 1970er-Jahren wurde sie anerkannt und die Computersprache ADA nach ihr benannt. Ada Lovelace hat großen Mut aufgebracht, gegen die gesellschaftlichen Widerstände der viktorianischen Zeit ihre mathematischen Studien zu realisieren.

T-Shirt-Grafik zu Ada Lovelace
Porträt von Emmy Noether

Emmy Noether

Mathematikerin/Physikerin, 1882–1935

Das Noether-Theorem

Emmy Noether revolutionierte die moderne Algebra und legte fundamentale Grundlagen für die theoretische Physik. Ihre herausragendste Leistung ist das nach ihr benannte Noether-Theorem, das eine tiefgreifende Verbindung zwischen den Symmetrien von physikalischen Naturgesetzen (wie der Zeit- oder Raumverschiebung) und den physikalischen Erhaltungsgrößen (wie der Energie- oder Impulserhaltung) beweist – ein Meilenstein, den selbst Albert Einstein als geniale Denkleistung lobte. Diesen Erfolg musste sie sich gegen massive gesellschaftliche und institutionelle Widerstände erkämpfen, da Frauen im deutschen Kaiserreich der Zugang zu Universitäten weitgehend verwehrt blieb: Sie durfte anfangs Vorlesungen nur als Gasthörerin besuchen und musste die Erlaubnis jedes einzelnen Professors einholen. Nach ihrer Promotion arbeitete sie jahrelang ohne Gehalt und ohne offizielle Anstellung, oft unter dem Namen ihres Kollegen David Hilbert, da Frauen nicht habilitieren durften. Als sie sich schließlich eine außerordentliche Professur erstritten hatte, entzogen ihr die Nationalsozialisten 1933 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft und linken politischen Haltung die Lehrbefugnis, woraufhin sie in die USA emigrieren musste.

T-Shirt-Grafik zu Emmy Noether
Porträt von Hannah Arendt

Hannah Arendt

Politische Theoretikerin, 1906–1975

Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft

Hannah Arendt war eine der einflussreichsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, die mit Leidenschaft und kompromissloser intellektueller Unabhängigkeit die Ursachen von Totalitarismus, Macht und Freiheit analysierte. Sie weigerte sich konsequent, sich vorgefertigten Ideologien oder politischen Lagern anzupassen, und sprach stattdessen unbequeme Wahrheiten aus. Berühmt und heftig umstritten war ihr Werk Eichmann in Jerusalem (1963), in dem sie das Konzept der „Banalität des Bösen“ prägte. Damit zog sie massiven Protest, Missverständnisse und tiefe persönliche Anfeindungen – selbst aus dem eigenen Freundeskreis und der jüdischen Gemeinschaft – auf sich, da sie den NS-Verbrecher nicht als dämonisches Monster, sondern als erschreckend gewöhnlichen Bürokraten beschrieb. Trotz dieses enormen gesellschaftlichen Drucks und der drohenden Isolation blieb sie ihrer differenzierten Wahrnehmung treu und verteidigte die Freiheit des Denkens gegen den Konformismus ihrer Zeit.

T-Shirt-Grafik zu Hannah Arendt
Porträt von Vera Rubin

Vera Rubin

Astronomin, 1928–2016

Dunkle Materie

Vera Rubin war eine bahnbrechende US-amerikanische Astronomin, deren Entdeckungen die moderne Astrophysik fundamental veränderten und den ersten überzeugenden Beweis für die Existenz der Dunklen Materie lieferten. Ihre Messungen der Rotationskurven von Spiralgalaxien zeigten, dass die äußeren Sterne sich genauso schnell bewegen wie die inneren. Das widersprach den Gesetzen von Newton und Kepler, es sei denn, es gab eine riesige Menge unsichtbarer Masse – die Dunkle Materie. Aufgrund ihres Geschlechts wurde ihr der Zugang zu Elite-Universitäten wie Princeton verwehrt. Sie war die erste Frau, die am berühmten Palomar-Observatorium forschen durfte. Gegen die anfängliche Ignoranz und extreme Skepsis der männlichen Fachwelt, die ihre präzisen Messungen jahrelang anzweifelte, verteidigte sie ihre Daten mit unerschütterlicher mathematischer Leidenschaft. Der verdiente Nobelpreis blieb ihr zeitlebens verwehrt. Durch ihre wegweisende Arbeit und ihr starkes Engagement für Frauen in der Wissenschaft ebnete sie nachfolgenden Generationen von Forscherinnen den Weg.

T-Shirt-Grafik zu Vera Rubin
Porträt von Jane Goodall

Jane Goodall

Verhaltensforscherin, 1934–2025

Die Schimpansen von Kasakela

Jane Goodall revolutionierte mit ihrer Verhaltensforschung an Schimpansen unser Bild von Tieren und definierte die Grenze zwischen Mensch und Tier völlig neu. Sie bewies außergewöhnlichen Mut, als sie 1960 als junge Frau ohne akademische Ausbildung allein in den Dschungel von Tansania reiste, um Primaten zu erforschen – ein absolutes Novum in der damals männlich dominierten Wissenschaftswelt. Sie entdeckte, dass Schimpansen Werkzeuge herstellen, was bis dahin als exklusives Merkmal des Menschen galt. Die etablierte Fachwelt reagierte anfangs mit extremer Skepsis und Arroganz, auch weil Goodall den Tieren Namen statt Nummern gab und ihnen Gefühle sowie Persönlichkeit zusprach. Trotz des Spotts und der Vorurteile blieb sie ihrer empathischen Methode treu, erlangte weltweite Anerkennung und widmete ihr Leben unermüdlich dem globalen Natur- und Artenschutz.

T-Shirt-Grafik zu Jane Goodall
Kathrine Switzer beim Boston Marathon 1967

Kathrine Switzer

Sportlerin/Autorin, 1947–…

Boston Marathon 1967

Kathrine Switzer ging als Pionierin in die Sportgeschichte ein, indem sie die Barrieren für Frauen im Laufsport durchbrach und den Weg für Gleichberechtigung im Marathon ebnete. Sie bewies großen Mut, als sie sich 1967 unter ihren Initialen „K. V. Switzer“ als erste Frau offiziell für den Boston-Marathon anmeldete, bei dem bis dahin nur Männer zugelassen waren. Während des Rennens kam es zu einem historischen Eklat: Der wütende Rennleiter versuchte, sie gewaltsam von der Strecke zu zerren und ihr die Startnummer 261 zu entreißen. Trotz dieses massiven physischen und psychischen Drucks lief Switzer mit der Unterstützung ihres Freundes bis ins Ziel. Gegen alle gesellschaftlichen Vorurteile, Frauen seien für solche Distanzen zu schwach, machte Switzer das Frauenlaufen weltweit populär und erreichte schließlich, dass Frauen 1972 offiziell in Boston zugelassen wurden. Im Jahr 2015 gründete sie gemeinsam mit der Österreicherin Edith Zuschmann „261 Fearless“, eine globale Non-Profit-Organisation, die Frauen Ausbildungs- und Laufmöglichkeiten eröffnet.

T-Shirt-Grafik zu Kathrine Switzer

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